Ev. Kirchengemeinde Norf-Nievenheim

Gemeindebrief "brücken bauen"

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September / Oktober 2003

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Ein' feste Burg ist unser Gott

Ev. Gesangbuch Nr. 362

Dieses Lied von Dr. Martin Luther hatte einst Johann Wolfgang von Goethe, der die kraftvolle Sprache Luthers bewunderte, als protestantisch, derb, treffend und durchschlagend charakterisiert. Das Bild von Gott als unserer festen Burg fand Luther im Psalm 46 "Gott ist unsere Zuflucht und Stärke". Dort heißt es im Kehrreim:
Der Herr der Heerscharen ist mit uns, eine Burg ist uns der Gott Jakobs.

Wann das Lied entstanden ist, darüber habe ich keinen sicheren Nachweis. Mir liegen Angaben für die Jahre 1527; 1529 und "kurz vor seinem Tode" vor. Dieses letztere Datum erwähnte ich schon im Gem.- Brief Nov./Dez. 2002. Dafür spricht Luthers Kampfaussage der 4. Strophe: "Das Wort sie sollen lassen stahn!" Mir scheint jedoch am plausibelsten, dass Luther dieses Glaubens- und Trostlied 1527 beim Herannahen der Pest dichtete. Nur ein Jahr später erschien es mit der ebenfalls von Luther stammenden Melodie im "Wittenbergischen Gesangbuch". Es wurde sofort populär und ist bis heute das typischste und bekannteste evangelische Kirchenlied.
Der Verfasser des kommunistischen Manifestes, Friedrich Engels, nannte diesen Text 1885 die "Marseillaise der Bauernkriege".

Friedrich-Karl Hildebrand

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilf uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind
mit Ernst er's jetzt meint;
groß Macht und viel List
sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seins gleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth,
und ist kein andrer Gott,
Das Feld muß er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär,
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es sollt uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie saur er sich stellt,
tut er uns doch nicht,
das macht, er ist gericht.
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn
und keinen Dank zu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan
mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib;
lass fahren dahin,
sie habens kein Gewinn,
das Reich muß uns doch bleiben