Von der Erlösung

Jesus, der Christus, der Sohn Gottes, der Herr

Ich glaube (...) an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Mit diesem Satz beginnt der zweite Artikel des Glaubensbekenntnisses, das in Luthers Kleinem Katechismus den Untertitel Von der Erlösung trägt. Wenn von Jesus die Rede ist, dann ist immer auch von der Erlösung, von dem Heil werden der Schöpfung die Rede, die mit ihm Gestalt angenommen hat. In dreifacher Weise beschreibt dieser erste Satz des Credo die Erlöser-Gestalt Jesu: Jesus ist der Christus, der Sohn Gottes, der Herr.

Jesus, der Christus
Wenn Christen Jesus als den Christus bekennen, dann drückt sich darin der Glaube aus, dass in ihm die Hoffnung auf einen von Gott eingesetzten, endzeitlichen König erfüllt ist. Ein König, der Gottes Reich repräsentiert, ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit. Der Christus, hebr. Messias, also der Gesalbte Gottes, ist für Christen mit dem Namen Jesus verbunden.

Jesus, der Sohn Gottes
Gottes Sohn hießen die Herrscher im Alten Orient. Die politische Realität widersprach aber oft genug dem hohen Anspruch des Titels. Daher weitete er sich im Laufe der Zeit zu eine Verheißung, dass Gott eines Tages einen König senden werde, der mit Recht Gottes Sohn genannt werden kann.
Die christliche Gemeinde nennt Jesus Gottes Sohn. Als Sohn lebt Jesus in völliger Einheit mit Gott, seinem Vater. Mit seinem Reden und Handeln, seinem Leben und Sterben, mit seiner ganzen Person lässt Jesus die Menschen erkennen, wer Gott ist. Um diese besondere und einmalige Beziehung zwischen Vater und Sohn hervorzuheben, spricht das Bekenntnis vom eingeborenen, das heißt, einziggeborenen Sohn. Im Sohn zeigt sich Gott als der Liebende. So ist Christus die uns zugewandte Seite Gottes.

Jesus, der Herr
Allein Gott kann Ordnung, Frieden und Zukunft garantieren. Darum ist Herr der Name, der Gott allein gebührt. Durch die Beigabe dieses Titels drückt die Gemeinde aus, dass Gott in Jesus selbst gegenwärtig ist.
Auf Jesus angewandt erhält der Titel Herr noch eine weitere Bedeutung. Jesus drückt sie dadurch aus, dass er sich Diener und Knecht nennt. Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Mk. 10, 45).
Der Herr als Knecht. Das stellt unsere Vorstellung von Herrschaft auf den Kopf. Und doch hat gerade dieser herrliche Liebesdienst Jesu für uns die Erlösung gebracht.