Ev. Kirchengemeinde Norf-Nievenheim

Gemeindebrief "brücken bauen"

< Titelseite >

Januar / Februar 2002

Titelthema
Serie: Glaubensbekenntnis
Abschied aus Norf
Abschied aus Rosellerheide
Jugend- und Sozialwerk
Persönliches
Im Talar in der Baugrube
Kirchenspaß für Kinder
Kinderseite
Spenden Orgelkonzert
Tanzfest
Herbstferien-Programm
Gemeindetag

„Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.“

Jesaja 12, 2; Jahreslosung für 2002

Losungen tragen diesen Namen, da es sich tatsächlich um ausgeloste Bibelworte handelt. Etwa 1800 Zettel mit biblischen Versen werden in ein Gefäß gelegt. Daraufhin wird für jeden Tag ein Spruch herausgezogen. In ähnlicher Weise werden die Monats- und Jahreslosungen festgelegt. So macht es die Herrnhuter Brüdergemeine, denen wir diesen Brauch verdanken, seit nunmehr 272 Jahren.

In der Jahreslosung für 2002 heißt es: „Ich will niemals verzagen.“ Ist das ein gutes Motto für das neue Jahr? Oder hat hier nicht eher das Los den falschen Spruch getroffen? In einer ungewissen, unsicheren Zeit von „niemals verzagen“ zu reden, ist doch sehr gewagt. Uns fallen andere Dinge ein, die wichtig sein könnten: „ich will erfolgreich sein“, „ich will gesund sein“ oder „ich will sparsam sein“. Aber „niemals verzagt sein“, ist das nicht Selbstüberschätzung und wirklichkeitsfremder Optimismus?
Die Jahreslosung sagt, dass wir nicht verzagt sein brauchen, weil Gott unsere Rettung ist und wir ihm vertrauen dürfen. Gott wird uns auch im neuen Jahr nicht allein lassen, sondern unser Leben führen und uns mit seinem Segen begleiten. Durch die Worte der Bibel möchte Gott uns ermutigen, trösten und gangbare Wege zeigen.
Umfragen haben ergeben, dass der Zuzug fremder Menschen von vielen Bundesbürgern mit großer Sorge betrachtet wird. Eine Mehrheit der Bevölkerung schätzt, dass bereits über 30 % Menschen ausländischer Herkunft bei uns leben, obwohl die tatsächliche Zahl gerade bei 9 % liegt. (Viele wurden angeworben, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Andere sind hier, weil sie aufgrund von Verfolgung, Krieg und Unterdrückung aus ihrer Heimat fliehen mussten.)

Das Titelbild dieses Gemeindebriefes möchte uns auf diese Menschen aufmerksam machen. Wir sehen die jeweilige Muttersprache der Menschen ausländischer Herkunft, die hier auf dem Gebiet unserer Kirchengemeinde Norf-Nievenheim leben: Russen, Tamilen, Franzosen, Türken, Amerikaner, Familien aus Ägypten, Italien, Tunesien oder dem Kongo, um nur einige Nationalitäten zu nennen.
Es ist die Jahreslosung für 2002, die in diese Sprachen übersetzt wurde. Denn wo wir auf Gott vertrauen, da wird Gott uns die Augen öffnen für unsere Mitmenschen. Gerade auch für die, die uns noch fremd sind. Wir werden Wege finden, auf andere zuzugehen und Verschiedenheit nicht als Bedrohung, sondern als Chance und Bereicherung wahrzunehmen.

Ralf Düchting