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Januar / Februar 2003
Titelthema Serie: Glaubensbekenntnis Ökum. Kirchentag 2003 Gebet für unsere Kinder Interview mit Josef Mertens Jugendfreizeit 2003 Haus der Stille Jugend- und Sozialwerk Projektunternehmung Nias Für junge Leute Leserbrief Singt dem Herrn Einladende Gemeinde Rückblick Kreissynode Konfis zu Besuch in St. Peter Herbstferienprogramm Gemeindetag Nievenheim Eingesperrt Stand: 15.12.2002
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Youth for childrenProjektunternehmung Nias 2002 - Teil 2Montag, 5. August: Wie immer wird gegen 6.00 Uhr aufgestanden und um 7.00 Uhr gefrühstückt. Ab 9.00 Uhr haben wir eine Besprechung, dort wird Rückblick der vergangenen Woche gehalten. Danach wird der Unterrichtsplan für die jetzige Woche besprochen. Nach dem Mittagessen trennen sich die Gruppen. Wir Deutschen besuchen das Kloster "La Verne". Die deutsche Nonne, die schon Jahrzehnte auf Nias stationiert ist, zeigt uns die Klosteranlage, von der man einen sehr schönen Blick auf die Bucht von Gunungsitoli hat. Nach dem Klosterbesuch treffen wir uns mit unseren niassischen Freunden im Museum und Zoo von Nias. Insgesamt ein sehr schöner Nachmittag, der in einen programmlosen Abend fließt. Dienstag: Unterricht im Kindergarten und Arbeiten am Klettergerüst in der Aula und am Kindergarten-Mobiliar. Heute erfahren wir wieder mal, was Regen auf Nias heißen kann: Drei Stunden Dauerregen, es schüttet wie aus Kübeln. Arbeiten draußen sind nicht möglich, so wird in den Gebäuden gearbeitet. Am Abend versuchen wir uns an dem israelischen Tanz "Ma Navu" und dem rumänischen Tanz "Promoroaca", die uns die deutschen Mädels beibringen wollen. Natürlich Gruppentänze, Paartanzen ist auf Nias verpönt. Nach viel Schweiß und Knoten in den Beinen fallen wir müde ins Bett. Mittwoch: Heute besuchen wir einen Kindergarten in Fodo, einem Vorort von Gunungsitoli und unterrichten dort. Dieser Kindergarten wird nicht von der Kirche unterstützt, er ist aus Eigeninitiative erbaut worden, man merkt schnell, dass hier weniger Geld drinsteckt. Die Kindergärtnerinnen bekommen nur die Hälfte des Lohnes ihrer Kolleginnen vom Hanna-Blindow-Kindergarten. Nach 90 Minuten Unterricht und einer gemütlichen Pause fahren wir wieder in die Stadt und werkeln am Klettergerüst und in der Aula weiter. Nach dem Abendessen findet eine Diskussionsrunde zum Thema Umwelt statt. Hier erfahren wir, dass es erst seit kurzer Zeit in Gunungsitoli eine Art Müllabfuhr gibt, in den anderen Orten wird der Müll von den Einwohnern verbrannt. Neben dieser Luftverschmutzung haben die Niasser hin und wieder Probleme mit Überschwemmungen, bei denen vor einiger Zeit auch Tote zu beklagen waren. Auch wir Deutschen berichten von unseren Problemen. Donnerstag: Heute verbringen wir den Vor- und Nachmittag ebenfalls im Kindergarten, so werden die Streicharbeiten in der Aula fertiggestellt. Am Abend überraschen wir unsere Kollegen mit dem Herstellen von Gipsmasken. Eigentlich hatten wir vor, mit den Gipsbinden die Kinder zu bearbeiten, doch wurde uns das nicht gestattet, da die Kinder sich die Klamotten schmutzig machen könnten. So also wird von jedem Niasser und Deutschen eine Maske hergestellt. Auch eine neue Erfahrung für unsere Gastgeber. Freitag: Kurz vor der Abreise nach Teluk Dalam (nach dem Mittagessen) gelingt es uns, im Regen die sechs Grundpfosten für das Klettergerüst einzubetonieren. Nach 5 Stunden Fahrt kommen wir ausgelaugt dort an. Hier werden wir freundlich empfangen und zu einem Diskussionsabend mit der Jugend nach dem Abendessen eingeladen. Diese Veranstaltung entpuppt sich schließlich als nicht ganz angenehm, da die Jugend zwar anwesend ist, aber nichts sagt. So werden wir von Lehrern der ansässigen Schule und Kirchenvorständen gefragt, weshalb unser Projekt nicht in Teluk Dalam stattfindet und wir nichts Greifbares dort lassen würden. Hier erleben wir die geballte Form des Neides, den die Südniasser auf die Nordniasser haben, im Prinzip werden wir für bestimmte politische Probleme angeklagt, für die wir nichts können. Nach einiger Zeit brechen wir die Veranstaltung ab, da sie zu nichts führt. Auf Bitten der Lehrer und als Kompromiss besuchen wir am nächsten Tag die Senior High School, eine Art Gymnasium, während des Unterrichts. Samstag: Nach dem Schulbesuch fahren wir zu einigen Sehenswürdigkeiten in der Nähe, so sehen wir unter anderem eine typische Entwicklungshilfe-Ruine, ein Krankenhaus, mit deutschen Mitteln errichtet und mit allen Dingen ausgestattet. Nach einigen Jahren wurde das Krankenhaus aufgegeben. Warum, kann ich mir nicht erklären, denn Patienten gibt es wohl genug. Am Nachmittag sind wir noch kurz am Strand, welcher das beste Surfparadies sein soll nach Hawaii. Hier findet man auch die einzigen Touristen auf Nias, Australier beim Surfen. Am späten Nachmittag fahren wir dann weiter nach Gomo, einen weiteren Ort unseres Wochenendtripps, obwohl wir vorher nicht wissen, ob wir dort ankommen würden, da die Straßen kaputt seien. Nach abenteuerlicher Fahrt, so müssen wir unter anderen durch einen Fluss fahren, weil eine Brücke eingebrochen ist, gelangen wir gegen 22.00 Uhr ans Ziel. Sonntag: Nach kurzer Nacht und leckerem Frühstück teilen wir uns auf. Ein Teil von uns geht in den Gottesdienst, während die anderen, so auch ich, den Kindergottesdienst mit betreuen. Nach ca. einer Stunde verlassen wir die Sonntagsschule und gehen in die Kirche, da wir ja wieder im Chor mitsingen müssen. Wir sind gerade vollzählig, da werden wir schon als Vokalgruppe angekündigt, singen unsere 2 Lieder und stellen unser Projekt vor. Dieser Gottesdienst hat es aber auch in sich. So erlebe ich zum ersten Mal eine Art Versteigerung während des Gottesdienstes. Unter anderem wird ein lebendes Ferkel vermarktet, welches gerade in dem Moment sein Geschäft macht, als es aus dem Sack geholt wird, um es zu zeigen. Alles in allem dauert dieser Gottesdienst drei volle Stunden. Nach dem Mittagessen geht es dann wieder nach Gunungsitoli, wo wir von unseren Gastfamilien, bei denen wir in der letzten Woche wohnen sollen, abgeholt werden. Jeder Deutsche wird mit seinem niassischen Kollegen in einer Familie untergebracht. Ende der 2. Woche, im nächsten Heft gehts weiter. |
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