Gemeindesiegel
>
Januar / Februar 2003

Titelthema
Serie: Glaubensbekenntnis
Ökum. Kirchentag 2003
Gebet für unsere Kinder
Interview mit Josef Mertens
Jugendfreizeit 2003
Haus der Stille
Jugend- und Sozialwerk
Projektunternehmung Nias
Für junge Leute
Leserbrief
Singt dem Herrn
Einladende Gemeinde
  • Gottesdienstplan
  • Bezirk Nievenheim
  • Bezirk Norf
  • Bezirk Rosellen

  • Rückblick
    Kreissynode
    Konfis zu Besuch in St. Peter
    Herbstferienprogramm
    Gemeindetag Nievenheim
    Eingesperrt
  • Bezirk Norf
  • Bezirk Rosellen

  • Stand: 15.12.2002

    © Ev. Kirche Norf-Nievenheim
    [Gemeindebrief-Startseite]
    [Gemeindebrief-Archiv]
    []

    Ein Mensch sieht, was vor Augen ist;
    der Herr aber sieht das Herz an.

    1. Samuel 16, 7 - Jahreslosung 2003

    Wieder einmal stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Die Römer heben den ersten Monat des Jahres nach dem doppelgesichtigen Gott "Ianus" benannt, der damals über den meisten Türschwellen zu finden war. Mit dem einen Gesicht schaut er zurück, bzw. dem Ankommenden entgegen, das andere blickt nach vorne gewendet dem Eintretenden hinterher. So spiegelt es unsere Situation wider, die von der Rück- und der Vorausschau bestimmt wird. Wir ziehen Bilanz in Bezug auf das vergangene Jahr und wagen Prognosen für 2003. Was kann uns bei den ersten Schritten ins Neue und Unbekannte leiten, uns Mut machen? In der Jahreslosung stoßen wir auf ein Wort, das uns über die Schwelle und darüber hinaus leiten will.

    Was vor Augen ist, das sind die äußeren Eindrücke von der Umgebung, in der wir leben, von Menschen, denen wir begegnen und mit denen wir zusammen leben. Das sind Statistiken, Bilanzen, Hochrechnungen, aber auch die Bilder und Texte aus den Medien und nicht zu vergessen: all das, was wir nach außen darstellen wollen und womit wir uns umgeben: Rang und Namen, Statussymbole, Luxus, Markenkleidung.
    Gott hat einen anderen Blick. Er sieht durch die Oberfläche hindurch in die Tiefe. Er nimmt uns die Maske vom Gesicht und weiß, wer wir wirklich sind. Er sieht unser Herz, was wir in Wahrheit denken, empfinden und planen, was uns freut und was uns Angst macht. Er sieht uns an wie ein Freund, der uns liebt. Er kennt uns besser als wir uns selber kennen und weiß, wo uns der Schuh drückt und dass wir oft anders sind als wir nach außen erscheinen wollen. Und sein Blick tut uns unendlich gut!

    Das heißt weiter: Gott sieht auch hinter die Kulissen der Weltgeschichte. Er hat den Durch- und den Überblick über das, was das Neue Jahr bringen wird. Und eines steht jetzt schon fest: Er kommt uns auch 2003 als der gnädige und liebende Gott entgegen. Ob wir es lernen, uns selbst, die anderen und unsere Welt mit Gottes Augen zu sehen? Es ist das Sehen, was Antoine de Saint-Exupéry meint, wenn er in seinem Roman "Der kleine Prinz" schreibt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
    Wer mit Gott in Verbindung steht, sieht die Menschen und die Dinge mit anderen Augen an. Er sieht durch die Oberfläche in die Tiefe und nimmt die Welt wahr, wie sie wirklich ist: am Rande des Abgrunds und doch gehalten, von Krisen geschüttelt und doch dem Untergang nicht geweiht, oft ohne Orientierung, aber doch auf ein Ziel ausgerichtet, vom Tod gezeichnet und doch zum Leben bestimmt.
    Ein gutes, gesegnetes Neues Jahr!